Urteil gegen den Musiker „Oliver Shanti“

Im Jahr 2009 wurde der deutsche New-Age-Musiker und Sektenführer „Oliver Shanti“ von einem Münchner Gericht verurteilt, Kinder seiner Anhänger/innen in den 1980er Jahren sexuell misshandelt zu haben. Er bekam eine Haftstrafe von fast sieben Jahren.

Tatzeit von:


1. Januar 1985
(Zeitraum geschätzt, Angaben in den Quellen lassen sich auf "Zweite Hälfte der 1980er-Jahre" reduzieren)

Tatzeit bis:


31. Dezember 1989
(Zeitraum geschätzt, Angaben in den Quellen lassen sich auf "Zweite Hälfte der 1980er-Jahre" reduzieren)

Urteil/Anlass Datum:


4. Dezember 2009

Stadt:


München

Bundesland/Landstrich:


Bayern

Land:


Deutschland / Portugal (Tatorte)

Ist Rituelle Gewalt in Deutschland strafbar?


Die Fahndung

Die Kriminalpolizei München veröffentlichte – wahrscheinlich im Januar 2004 [1] – einen öffentlichen Fahndungsaufruf. Darin hieß es, „Oliver Shanti“ habe in den 1980er Jahren in Bayern eine Sekte gegründet,

„deren Kopf er war. Diese Machtposition soll er ausgenutzt haben, um sich an den Kindern der Sektenmitglieder zu vergehen. Die Polizei geht von über 1000 Einzeltaten aus. Begonnen haben sollen die Missbräuche in München. Dann war er [2] zusammen mit Anhängern in ein stattliches Anwesen nach Portugal gezogen. […] Hier soll der sexuelle Missbrauch [3] weiter gegangen sein. Als er [2] Mitte 2002 erfuhr, dass entsprechende Ermittlungen gegen ihn laufen, tauchte er unter.“ [1]

Auf sachdienliche Hinweise war damals eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Im Jahr 2008 veröffentlichte der Stern eine Geschichte über die Fahndung nach „Oliver Shanti“, da hieß es, die Polizei suche

„den Guru wegen sexuellen Missbrauchs [3] an Kindern in mindestens 115 Fällen. […] Die Behörden gehen sogar von mehreren Hundert Fällen aus. Elf Opfer [3] haben als Zeugen ausgesagt.“ [4]

Zu diesem Zeitpunkt war „Oliver Shanti“ 59 Jahre alt. Sein Anwalt gab an, „Shanti“ sei bereit, nach Deutschland zu kommen und die Vorwürfe der Kinder vor Gericht zu entkräften, wenn er sich in Freiheit auf den Prozess vorbereiten dürfte und nicht in Untersuchungshaft müsse. Dieses Angebot habe die Staatsanwaltschaft aber abgelehnt. Darum würde nun weiter nach „Oliver Shanti“ gefahndet. [4]

Festnahme und Auslieferung

Im Juni 2008 wurde er nach sechs Jahren internationaler Fahndung in Lissabon/Portugal festgenommen [5], als er in der deutschen Botschaft einen neuen Pass beantragte. Er habe einen Pass gebraucht, weil er nach Brasilien fliegen und sich wegen einer Leukämie-Erkrankung habe behandeln lassen wollen [6]. In seinem Haftbefehl sei es um 116 konkrete Tatvorwürfe gegangen, schrieb die Berliner Zeitung. [6] Anfang Juli wurde er nach Deutschland ausgeliefert – und es war wieder die Rede von 300 Fällen, die ihm vorgeworfen würden. [7] Außerdem veröffentlichte der Stern, dass bereits im Jahr 1998 zwei Jungen „Oliver Shanti“ wegen sexualisierter Misshandlungen angeklagt hatten. Die Taten hätten 1990 in München, in der Folge dann in Portugal über einen längeren Zeitraum stattgefunden. Auch portugiesische Kinder seien in die Taten einbezogen worden. Die Staatsanwaltschaft habe diese Ermittlungen aber 1999 eingestellt. [8] Aus der Begründung für die Einstellung der Ermittlungen zitierte der Stern:

„Der Beschuldigte hat sich zum Tatvorwurf nicht geäußert. Die von den Geschädigten geschilderten Taten lassen nicht zwingend den Schluss darauf zu, dass der Beschuldigte … Gewalt anwendete.“ [8]

Eine spätere Berichterstattung um dieses eingestellte Verfahren führte 2008 dazu, dass eine Fernsehreportage über den Fall „Shanti“ beim Bayerischen Rundfunk abgesetzt wurde. (siehe „Mediale Einflüsse und Folgen“) [9]

Der Prozess

Als „Oliver Shanti“ im April 2009 vor Gericht stand, warf ihm die Staatsanwaltschaft 314 Fälle vor, die zum Teil 24 Jahre zurück lagen. In der Ankalge hieß es, er solle sowohl Jungen als auch Mädchen sexuell misshandelt haben. [10] Die Opfer (vier Jungen, zwei Mädchen) seien zwischen 10 und 14 Jahre alt gewesen. [11] Andere Quellen schreiben von einem Alter von 8 bis 11 Jahren – wir listen diese Details hier nicht alle im einzelnen auf.

„Oliver Shanti“ bestritt anfangs die Vorwürfe und bezeichnete sie als Komplott ehemaliger Geschäftspartner und Vertrauter gegen ihn aus finanziellen Interessen. [12] Zwei Monate nach Prozessbeginn unternahm er einen Selbstmordversuch im Gefängnis. [13] Kurz danach legte er ein Teilgeständnis ab und gab die Taten an den vier Jungen zu. [14]

Anfang Dezember 2009 wurde er zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt. 76 der ihm vorgeworfenen Taten hatte er zugegeben. In seinem Schlußwort vor der Urteilsverkündung entschuldigte er sich bei seinen Opfern, die er zu Beginn der Verhandlung noch als Lügner beschimpft hatte, schrieb der Focus. [15]

Finanzielle Vorwürfe

Zeitgleich mit der Fahndung, so berichtete der Stern, seien Geldforderungen in Millionenhöhe gegen „Oliver Shanti“ von Gläubigern eingefordert worden. Außerdem habe „Shanti“ angegeben, dass Erlöse seiner CDs anteilsweise dem tibetischen Volk zugutekommen sollten –  dort sei aber nie Geld angekommen. Zeitweise habe „Shantis“ Plattenlabel 2 Millionen Euro im Monat umgesetzt. [4]

Quellen:
[1] Pressemitteilung der Kripo München wahrscheinlich aus dem Januar 2004 (das exakte Datum lässt sich auf dem uns vorliegenden Dokument nicht mehr erkennen), „Sexueller Missbrauch – Sektenboss auf der Flucht“
[2] „Oliver Shanti“ ist ein Künstlername. In unseren Quellen werden synonym mehrere andere Namen und auch sein bürgerlicher Name genannt – nicht zuletzt, weil öffentlich nach ihm gefahndet wurde. Da er seine Verurteilung inzwischen verbüßt haben dürfte, vermeiden wir in unseren Texten im Infoportal, seinen bürgerlichen Namen zu nennen. Unter „Oliver Shanti“ war er als Musiker berühmt.
[3] Formulierungen wie „Missbrauch“, „Opfer“ oder „pädophil“ in diesem Artikel stammen aus Originalzitaten. Warum wir diese Begriff normalerweise nicht benutzen, erläutern wir hier.
[4] Artikel im Stern vom 28.5.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 17.5.2017
[5] Artikel im „Tagesspiegel“ vom 29.6.2008, „Mutmaßlicher deutscher Kinderschänder festgenommen“, abgerufen am 18.5.2017
[6] Artikel in der Berliner Zeitung vom 1.7.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 18.5.2017
[7] Artikel im Stern vom 7.7.2008, „Portugal liefert Oliver Shanti aus“, abgerufen am 18.5.2017
[8] Artikel im Stern vom 9.7.2008, „Staatsanwälte ließen Shanti laufen“, abgerufen am 18.5.2017
[9] Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 18.7.2008, „Wie im Privatfernsehen“, abgerufen am 18.5.2017
[10] Online-Artikel auf dem sogenannten „Sicherheitsportal“ des ehemaligen Aktenzeichen-XY-Moderators Eduard Zimmermann www.e110.de vom 26.8.2009, „Kindesmissbrauch hinter esoterischer Fassade?“, abgerufen am 18.5.2017
[11] Online-Artikel auf dem sogenannten „Sicherheitsportal“, gegründet vom ehemaligen Aktenzeichen-XY-Moderator Eduard Zimmermann, www.e110.de vom 20.4.2009, „Kindesmissbrauch: Esoterik-Musiker Shanti angeklagt“, abgerufen am 18.5.2017
[12] Artikel auf Spiegel-Online vom 26.8.2009, „Sektenguru bestreitet Kindesmissbrauch“, abgerufen am 18.5.2017
[13] Artikel auf Spiegel-Online vom 4.11.2009, „Sektenguru wollte sich das Leben nehmen“, abgerufen am 18.5.2017
[14] Online-Artikel auf focus.de vom 5.11.2009, „Teilgeständnis im Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch“, abgerufen am 18.5.2017
[15] Online-Artikel auf focus.de vom 4.12.2009, „Oliver Shanti zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft wegen Kindesmissbrauch verurteilt“, abgerufen am 18.5.2017


Ist Rituelle Gewalt im Ausland strafbar?


Die portugiesischen Behörden taten sich schwer, „Oliver Shanti“ zu verhaften. Die Fahndung dauerte sechs Jahre.

Mehr dazu unter „Warum werden die Täter/innen selten gefasst oder verurteilt?“

 


Warum werden die Täter/innen selten gefasst und verurteilt?


„Oliver Shanti“ wurde zwar gefasst und verurteilt, die Fahndung nach ihm aber dauerte mehrere Jahre. Das hatte wahrscheinlich mit seinem guten Ruf zu tun, den er sich unter seinen Anhänger/innen und bei der portugiesischen Bevölkerung erworben hatte.

2002 zum Beispiel scheiterte ein Verhaftungsversuch durch eine Spezialeinheit der portugiesischen Polizei. Die deutschen Fahnder sagten später zum Stern, sie vermuteten, dass „Shanti“ gewarnt worden sei. Dies sei insofern plausibel, so der Stern weiter, weil „Shanti“ die portugiesische Gemeinde, in der er lebte, die Feuerwehr, die Gemeindeverwaltung, aber auch einzelne Familien z.B. mit kranken Kindern, mit viel Geld und großen Geschenken bedacht habe. [1] 1994 erhielt er sogar eine Verdienstmedaille dieser Stadt. [2]

Außerdem hatte er auch nach Beginn der Fahndung noch große Unterstützung von seinen Anhänger/innen. 2008, zum Zeitpunkt seiner Verhaftung, hätten noch Anhänger seiner Sekte bei ihm in Portugal gewohnt – zu dem Zeitpunkt wurde bereits 5-6 Jahre lang nach ihm gesucht. [3]

Die Nachrichtenagentur ddp schrieb nach dem Urteil:

„Als besonders beunruhigend erachtete das Gericht auch das Mitverschulden der Eltern. So hätten sich die Kinder kaum trauen können, den Angeklagten zu kritisieren, da ihre Eltern in dem Mann eine gottähnliche Person gesehen hätten. ‚Zwischen den Eltern und dem Angeklagten herrschte eine Art Hörigkeit‘, sagte der Richter und verwies darauf, dass aus dem Kreis der Eltern jahrelang niemand Verdacht gegen S. geschöpft habe. Als Begründung dafür nannte das Gericht das persönliche und finanzielle Abhängigkeitsverhältnis zum Angeklagten. Der Richter war der Auffassung, dass es ohne diese Faktoren kaum zu den Straftaten gekommen wäre.“ [4]

Die Musikszene reagierte verhalten auf die Vorwürfe gegen „Oliver Shanti“. Der Stern berichtete, nur wenige Internetanbieter hätten „Shantis“ Songs und CDs aus dem Programm genommen, andere würden sie weiter verkaufen, teilweise mit einem Hinweis auf die Vorwürfe der Polizei. Es habe zwar einen Boykott-Aufruf gegeben, viele andere Fans würden sich davon aber nicht abschrecken lassen. Stattdessen gebe es Internetforen, in denen die Vorwürfe als Verschwörung von Neidern bezeichnet würden:

„Wer SOLCHE Musik macht, kann nicht schlecht sein. […] Erfolg macht Feinde. Ich finde es erschreckend, wie schnell man fallen gelassen wird.“ [1]

Quellen:
[1] Artikel im Stern vom 28.5.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 17.5.2017
[2] Artikel im „Tagesspiegel“ vom 29.6.2008, „Mutmaßlicher deutscher Kinderschänder festgenommen“, abgerufen am 18.5.2017
[3] Den ARD Brisant-Beitragstext haben wir zitiert nach der Webseite des Journalisten und Autoren des Brisant-Beitrages Klaus Wiendl vom 4.6.2008, „Selbsternannter ‚Guru‘ als Kinderschänder gesucht“, abgerufen am 17.5.2017
[4] Die Meldung der Nachrichtenagentur ddp wurde veröffentlicht aus dem Online-Artikel auf dem sogenannten „Sicherheitsportal“ www.e110.de, gegründet vom ehemaligen Aktenzeichen-XY-Moderator Eduard Zimmermann, datiert vom 5.12.2009, „Fast sieben Jahre Haft“, abgerufen am 18.5.2017


Sind Kinder an Ritueller Gewalt beteiligt?


Die Menschen, die gegen „Oliver Shanti“ aussagten, waren zum Tatzeitpunkt unter 14 Jahre alt – einige Quellen sprechen von 10-14, andere schreiben, die jüngsten Opfer wären 8 Jahre alt gewesen (siehe Rubrik „Urteile in Deutschland“).

 


Woher kommen diese Kinder?


Die Kinder, für deren Misshandlung „Oliver Shanti“ sich vor Gericht verantworten musste, stammten wohl aus den Familien seiner Anhänger/innen. Der Stern schrieb 2008, dass er diese gezielt ansprach.

„Um seinen pädophilen Trieb zu befriedigen, habe er eine simple Masche gewählt. ‚Er konzentrierte sich vor allem auf alleinerziehende Mütter‘, sagt der Münchner Journalist Klaus Wiendl, der den Fall seit Jahren begleitet und auch mit Opfern sprach. ‚Er bot ihnen an, sich um deren Kinder zu kümmern und verging sich dann an ihnen.‘ “ [1]

Das Fernsehmagazin ARD Brisant berichtete, er habe in Portugal gemeinsam mit seiner Frau drei Söhne seiner Anhänger/innen als Pflegekinder aufgenommen. Andere Jungen hätten, von ihren Eltern gebilligt, ihre Ferien bei ihm verbracht. [2]

Quelle:
[1] Artikel im Stern vom 28.5.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 17.5.2017
[2] Den ARD-Brisant-Beitragstext haben wir zitiert nach der Webseite des Journalisten und Autoren des Brisant-Beitrages Klaus Wiendl vom 4.6.2008, „Selbsternannter ‚Guru‘ als Kinderschänder gesucht“, abgerufen am 17.5.2017


Welche Rolle spielt sexualisierte Gewalt?


Laut Nachrichtenmagazin Stern hat Shanti sich zumindest manche seiner Anhänger/innen gezielt wegen seines Interesses an ihren Kindern ausgesucht. [1]

Details dazu siehe Rubrik „Woher kommen diese Kinder?“

Quelle:
[1] Artikel im Stern vom 28.5.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 17.5.2017


Wer sind die Täter/innen?


Oliver Shanti wurde laut Wikipedia um 1948 herum geboren und ging irgendwann nach Indien. Dort gab er sich den Namen „Oliver Shanti“ (Shanti=Sanskrit oder Hindi für „Frieden“).

In den 1970er Jahren siedelte er mit seiner – laut Wikipedia – „esoterischen Sekte“ nach Viechtach in Bayern um, nach 1986 wanderte er mit einigen seinen Anhänger/innen nach Portugal aus. [1] Weitere Details Siehe Rubrik „Religiöse und ideologische Hintergründe“.

Quelle:
[1] Wikipedia Eintrag „Oliver Shanti“, abgerufen am 20.5.2017


Religiöse und Ideologische Hintergründe


Der Stern beschrieb den spirituellen Werdegang von „Oliver Shanti“ in einem Artikel folgendermaßen:

„Angefangen hat er seine Karriere als spiritueller Führer in einer Hippiekommune in Indien und begeisterte mit seinen Ausführungen über den Weg zur seelischen Ausgeglichenheit. In den 1980er Jahren zog er nach Viechtach im Bayrischen Wald, wo er seine ersten Jünger um sich scharte. Schon damals soll er zu seinem Vergnügen immer wieder Kinder mitgebracht haben. Er gründete das Plattenlabel Sattva Music, produzierte orientalische Meditationsklänge und wurde mit CDs wie „Tai Chi“ und „Well Balanced“ zum Kultstar der Selbsterfahrungsjunkies. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl kaufte er 1986 […] eine Farm nah der nordportugiesischen Kleinstadt Vila Nova de Cerveira. Seine Anhänger folgten ihm zahlreich auf die Finca unweit der Atlantikküste. […] Auf die Frage, einer seiner Anhänger [1], warum er denn immer kleine Jungs um sich habe, soll Shanti einmal gesagt haben: ‚Ich transformiere ihre Liebe auf eine höhere Ebene.‘ “ [2]

Bemerkenswert an diesem Fall war die Erklärung des Gerichtes, dass die Kinder keine Chance zu Kritik an „Oliver Shanti“ gehabt hätten, weil ihre Eltern in wie einen Gott verehrt hätten. Den Wortlaut dieses Zitats finden Sie unter „Warum werden die Täter/innen selten gefasst und verurteilt?“

In so einer Klarheit haben wir die Besonderheit von Straftaten gegen Kinder in einem religiösen Kontext selten formuliert gefunden.

Quelle:
[1] Der Fehler in diesem Satz ist im Originalzitat. Wir vermuten, es sollte „einer seiner Anhängerinnen“ heißen oder „die Frage eines seiner Anhänger“.
[2] Artikel im Stern vom 28.5.2008, „Der Guru und die Kinder“, abgerufen am 17.5.2017

 


Mediale Einflüsse und Folgen


„Oliver Shanti“ war weltweit als Musiker für sogenannte „New World Age Musik“ berühmt [1], eine Art Entspannungsmusik mit asiatischen und indianischen Klängen.

Andere Quellen bezeichneten ihn als „Esoterik-Musiker“. [2] Welche Auswirkungen die Fahndung nach „Oliver Shanti“ auf seine Plattenverkäufe hatte, haben wir unter „Warum werden die Täter/innen nicht gefasst?“ ausführlicher beschrieben.

Im Jahr 2008, während „Oliver Shanti“ in Untersuchungshaft saß, wurde eine Fernsehreportage des Journalisten Klaus Wiendl kurzfristig abgesetzt. In der Begründung war von strittigen Persönlichkeitsrechten im Zusammenhang mit den 1999 eingestellten ersten Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft die Rede (siehe „Urteile in Deutschland“). [3]

Quellen:
[1] Pressemitteilung der Kripo München wahrscheinlich aus dem Januar 2004 (das exakte Datum lässt sich auf dem uns vorliegenden Dokument nicht mehr erkennen), „Sexueller Missbrauch – Sektenboss auf der Flucht“
[2] Online-Artikel auf dem sogenannten „Sicherheitsportal“, gegründet vom ehemaligen Aktenzeichen-XY-Moderator Eduard Zimmermann, www.e110.de vom 20.4.2009, „Kindesmissbrauch: Esoterik-Musiker Shanti angeklagt“, abgerufen am 18.5.2017

[3] Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 18.7.2008, „Wie im Privatfernsehen“, abgerufen am 18.5.2017