Snuff-Videos – eine Chronologie

„Snuff-Videos“ nennt man Filme, in denen gezeigt wird, wie Menschen gewaltsam sterben. Die Diskussion um die Existenz solcher Filme reicht zurück mindestens bis zum Anfang der Video-Technologie. Hier sind die Fakten.

Immer wieder huschen Meldungen durch die Presse, irgendwo sei ein Snuff-Video gefunden worden – gleichzeitig gibt es aber auch Stimmen, die behaupten, es gäbe keine Snuff-Videos, jede dieser Meldungen sei eine reine Presse-Erfindung und jemand sei auf einen „gut“ gemachten Horrorfilm herein gefallen. Darüber hinaus, wird dann oft weiter argumentiert, böten diese Meldungen die Vorlage für die Phantasie von Zeuginnen, die berichten, sie seien bei Tötungen vor der Kamera dabei gewesen.

Wir finden es deshalb relevant, zu klären, ob es solche Filme gibt oder nicht. Denn Aussteiger/innen aus Ritueller Gewalt berichten regelmäßig davon. Unsere bisherigen Gespräche mit Polizist/innen, die solche Filme evtl. gesehen haben könnten, lassen immer einen Restzweifel übrig. Denn es ist schwierig für Ermittler/innen, zu entscheiden, ob ein Mensch auf einem Video wirklich stirbt oder ob es sich um einen extrem realistisch produzierten Horrorfilm handelt. Auch in den 1980er Jahren schon wurde darüber oft öffentlich gerätselt. Mit der heutigen Computertechnologie wird die Entschlüsselung solcher Bilder nicht einfacher.

Wir führen hier Berichte über die Existenz von Snuff-Videos chronologisch zusammen. Vielleicht mögen sich Forscherinnen und Forscher dieses Themas einmal annehmen?

Chronologie

Mai 2016: In einem Interview mit Welt und N24 bestätigt der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, dass es Snuff-Videos gibt, ohne weitere Details zu nennen. Link zum Artikel auf welt.de, 18.5.2016

Frühjahr 2013: In einem Artikel für die Zeitschrift „Die Kriminalpolizei“ 1/2013 bestätigt Manfred Paulus, Erster Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, die Existenz eines Snuff-Videos.

2005: In der Umfrage des Vereins „Vielfalt e.V.“ berichten Therapeut/innen und Berater/innen von Klient/innen, die bei der Produktion von sogenannten „Snuffpornos“ (Zitat aus dem Buchartikel) anwesend oder beteiligt wraeren. (Buchartikel von Igney, Claudia, „Stand der Forschung in Deutschland“ im Buch von Fliß/Igney 2010, „Handbuch Rituelle Gewalt“, Verlag Pabst Science Publishers Lengerich 2010)

März 2004: Die „Berliner Morgenpost“ berichtet von der Ermittlungsakte im Fall Dutroux mit der Nummer 8257/01, die ihr im Zusammenhang mit Recherchen zum Verschwinden von Manuel Schadwald und zu den Taten von Marc Dutroux zugespielt wurde. Die Reporter der „Berliner Morgenpost“, Dirk Banse und Michael Behrendt, schreiben, in dieser Ermittlungsakte würden mehrere Sexualmorde an Kindern erwähnt. Detailliert würde ein Snuff-Video geschildert, das den Tod eines Jungen bei Amsterdam zeige. (Artikel Berliner Morgenpost, 8.4.2004, „Kinderschänderring um Marc Dutroux reichte bis nach Berlin“ (kostenpflichtig), abgerufen am 6.12.2016)

Dezember 2002: Der „Spiegel“ berichtet, Armin Meiwes, der als „der Kannibale von Rotenburg“ bekannt wurde, habe gefilmt, wie er sein Opfer tötete. (zitiert nach Buch von Fromm, Rainer, „Satanismus in Deutschland, Olzog-Verlag 2003, Seite 11)

22.4.2002: Die österreichische Zeitschrift „Der Standard“ schreibt, ein Film, der einen Mord vor laufender Kamera zeigt, werde für über 20.000 Euro gehandelt. (zitiert nach Buch von Fromm, Rainer, „Satanismus in Deutschland, Olzog-Verlag 2003, Seite 10)

28.9.2000: Die Nachrichtenagentur dpa berichtet über die Beschlagnahmung von pädokriminellem Filmmaterial in Italien, auf dem auch der Körper eines aufgeschlitzten Mädchens zu sehen gewesen sein soll. (zitiert nach Buch von Fromm, Rainer, „Satanismus in Deutschland, Olzog-Verlag 2003, Seite 10)

30.10.1999: „Der Tagesspiegel“ aus Berlin schreibt, dass auf einem der 300 beschlagnahmten Filme, die im Besitz von Marc Dutroux gefunden wurden, die Morde an den Mädchen An und Eefje dokumentiert worden sein sollen. (zitiert nach Buch von Fromm, Rainer, „Satanismus in Deutschland, Olzog-Verlag 2003, Seite 11)

1997: In der Fernseh-Dokumentation „The Boy business“ sagt ein Engländer aus, er habe fünf Videos gesehen, auf denen männliche Kinder bei sexuellen Handlungen zu Tode gefoltert worden seien. Im gleichen Film behauptet ein britischer Pädokrimineller, er könne Snuff-Movies besorgen. Berichtet wird dies im Zusammenhang mit dem Fall Dutroux und dem Verschwinden von Manuel Schadwald aus Berlin. Es werden Hinweise darauf gesammelt, ob Manuel Schadwalds Tod auf einem dieser Videos zu sehen ist. (zitiert nach Artikel von Banse, Dirk und Behrendt, Michael, „Auf den Spuren der verlorenen Kinder“, vom 12.7.2015, abgerufen am 19.12.2016. Link zum Artikel auf www.welt.de oder (gleicher Text)  Link zum Artikel auf welt.investigativ.de )

1971: Der Journalist Ed Sanders veröffentlicht Details über die Beteiligung von Charles Mansons Family an Filmaufnahmen mit Opferungen von Tieren und Menschen (Snuff-Videos) in Verbindung mit rituellen und sexuellen Handlungen veröffentlicht. Gerichtlich erwirkte die „Process Church of the Final Judgement“, die laut Thorsten Becker von verschiedenen Autor/innen selbst mit entsprechenden Verbrechen in Verbindung gebracht wird, dass diese Passagen in späteren Auflagen aus dem Buch entfernt werden mussten. (Quelle: Buchbeitrag von Becker, Thorsten, „Rituelle Gewalt: Was wir über Gewalt ausübende, ideologische Kulte, Täter und Täterstrukturen wissen – eine Betrachtung“, erschienen im Buch: Fliß, Claudia und Igney, Claudia, „Handbuch Rituelle Gewalt“, Pabst Verlag Lengerich 2010)