Was sagt die Politik?

Auch die Politik hat sich mehrfach mit Ritueller Gewalt beschäftigt, zum Teil auf höchster Ebene. Außer einzelnen Bestätigungen, dass man von Ritueller Gewalt „schon mal gehört hat“, hat sich dadurch für die Betroffenen aber noch nicht sehr viel verändert. Dennoch: Jede Anerkennung ist auch ein Faktor für die Heilung der erlittenen Traumata für die Betroffenen. Und jede politische Initiative und Anerkennung kann früher oder später auch zu veränderten, verbesserten Gesetzen oder sozialer und medizinischer Versorgung führen.

Im Rahmen unserer Recherchen haben wir im Blick, dass es auch unter Politiker/innen natürlich Täter/innen gibt – wie überall. Auch solche Belege werden hier mit aufgelistet, denn – wir drücken es mal sehr blumig aus – politische Reaktionen sind natürlich davon beeinflußt, inwieweit Beteiligte mit darüber entscheiden.



Informationen zu diesem Thema:

Peggy und der NSU – Zusammenhang, oder Zufälle und Ermittlungsfehler?

Thüringen/Bayern. Seit Herbst 2016 diskutiert Deutschland darüber, dass eine DNA-Spur des NSU-Verbrechers Uwe Böhnhardt (2011 gestorben) am Fundort der Leiche des Mädchens Peggy K. (2001 entführt und gestorben) gefunden wurde. Nachdem in den ersten Tagen nach dem DNA-Fund über viele Verbindungen vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zu Pädokriminalität und Morden an Kindern berichtet wurde, heißt es seitdem von Ermittlerseite immer wieder: Die DNA-Spur ist eine Verunreinigung und es gibt keinen Zusammenhang. Dabei bleiben viele Fragen offen.


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Rituelle Gewalt als „Ort“ sexuellen Missbrauchs

Seit Anfang 2015 hat der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) auf seiner Webseite unter der Rubrik „Wo findet Missbrauch statt?“ auch einen Absatz zu Ritueller Gewalt offiziell mit aufgenommen. Auch wenn man über die Worte „Missbrauch“ oder „Sex-Ring“ streiten kann (nachzulesen in unseren Begriffserklärungen), ist es eine wichtige Anerkennung für die von Ritueller Gewalt betroffenen Menschen.

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10 Jahre Renate-Rennebach-Stiftung für Opfer ritueller Gewalt

Im September 2014 feierte die Renate-Rennebach-Stiftung mit dem Theaterstück „Jenseits vom Tag“ von Beate Albrecht, einer Podiumsdiskussion und einer Ausstellung ihr zehnjähriges Bestehen. Aktuell förderte die Stiftung gerade die Entwicklung einer Assistenzhundausbildung für Überlebende, eine Fotokünstlerin, die Opfer Ritueller Gewalt wurde und ein überlebendes Ehepaar der Sekte „Colonia Dignidad“.

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Abschlußbericht der UBSKM 2011: Rituelle Gewalt ist ein Tabu, das Täter stark macht

2011 legte die Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, ihren Abschlussbericht vor. Rituelle Gewalt wurde darin mit einem eigenen Kapitel aufgenommen. Das bedeutet eine wichtige politische Anerkennung, dass es Rituelle Gewalt gibt, dass Ermittlungsarbeit und Forschung bei Ritueller Gewalt noch nacharbeiten müssen und dass Hilfen für die Betroffenen fehlen.

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Dutroux und andere in Belgien

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux verurteilt, weil er mehrere Jahre lang Mädchen und junge Frauen in Belgien entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet hat. Drei Kompliz/innen erhielten ebenfalls Haftstrafen. Dass Dutroux selbst zu einer Sekte gehörte, darauf gibt es keine Hinweise. Belegt sind aber Hinweise darauf, dass er evtl. Kinder an einen Satanskult liefern sollte. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er Verbindungen zur Stasi und in europaweite pädokriminelle Netzwerke hatte. Damit gibt dieser Fall für unser Thema hochinteressante Einblick in vernetzte Täter/innen-Strukturen. Die Hinweise auf Satanismus bei Dutroux haben wir unter der Rubrik „Religiöse und ideologische Hintergründe“ dokumentiert, die Hinweise auf die Stasi unter „Was sagt die Politik?“.

Marc Dutroux soll nach Presseberichten, insbesondere in der Berliner Morgenpost, auch Verbindungen zur Stasi gehabt haben. [1]

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Kleine Anfrage an die Landesregierung NRW 2002

Kurz nach dem Urteil gegen die „Satansmörder von Witten“ stellte der SPD-Landtragsabgeordnete Jürgen Jentsch eine Kleine Anfrage an die Landesregierung NRW, um zu erfahren, was diese über Satanismus und speziell über satanistische Straftaten weiß. [1]


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Abschlussbericht der Enquete-Kommission 1998: Rituelle Gewalt braucht mehr Beachtung

Die Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Deutschen Bundestages spricht in ihrem Abschlussbericht zusammenfassend von einer „gespaltenen Datenlage“:

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Kleine Anfrage an die Bundesregierung 1998

Nach Erscheinen des Abschlussberichtes der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ stellte eine Gruppe von SPD-Abgeordneten rund um die SPD-Sektenbeauftragte Renate Rennebach 1998 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung und wollte erfahren, was die Bundesregierung über Rituelle Gewalt weiß.

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Colonia Dignidad – Paul Schäfer misshandelt Sektenmitglieder

Im Jahr 2006 wird Paul Schäfer verurteilt, Kinder in seiner freikirchlichen Sekten-Kolonie „Colonia Dignidad“ vergewaltigt und gefoltert zu haben. Außer ihm werden weitere Komplizen verurteilt. Die „Colonia Dignidad“ hat nachweislich mit dem chilenischen Geheimdienst zusammen gearbeitet und Menschen gefoltert und getötet.

Baustelle: Wir haben für dieses Thema nur deutsche Quellen ausgewertet. Wenn Sie chilenische oder argentinische Quellen mit weiteren Informationen für uns beisteuern können, melden Sie sich gerne bei uns.

Paul Schäfers Verbindungen in die Politik waren breit und vielfältig. Sowohl die deutsche als auch die chilenische Politik hat ihn geschont, unterstützt, teilweise sogar gefördert oder mit ihm kooperiert. Heute (2016), 10 Jahre nach seiner Verurteilung, haben sich die Einstellungen zur Colonia Dignidad und zu Paul Schäfer geändert.


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„Thakar Singh“: Kleinkinder mussten stundenlang meditieren

1994 und 1995 wurden zwei Frauen in Bayern wegen Kindesmisshandlung verurteilt, weil ihnen anvertraute Kinder stundenlang meditieren mussten.

Baustelle: In diesem Fall sind noch viele Fragen offen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, klicken Sie hier.

Das Urteil gegen die beiden Frauen wurde von der Bundesregierung 1998 offiziell als ein Beispiel für Urteile aus den Themenkreis Rituelle Gewalt genannt. [1]

Der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth entzog der Ordnungs- und Umweltreferentin die Leitung des Ordnungsamtes. [2]


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Bericht des Niederländischen Justizministeriums, Den Haag 1994, und die Studien zu „Oude Pekela“

Die Arbeitsgruppe Ritueller Missbrauch des niederländischen Justizministeriums in den Haag, Dezernat Staats- und Strafrecht, legte im April 1994 einen Bericht vor. [1]

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Gesetze in den USA stellen Rituelle Gewalt eindeutig unter Strafe

Während sich die deutschen Gesetzgeber schwer tun, Rituelle Gewalt als spezielles Verbrechen anzuerkennen und unter Strafe zu stellen (Hier heißt es oft: „Wir brauchen kein spezielles Gesetz, die Strafbarkeit Ritueller Gewalt ist mit Mord, Sexueller Nötigung, Körperverletzung und anderen Straftatbeständen ausreichend abgedeckt.“), gibt es im US-Bundesstaat Illinois schon seit 1993 eindeutigere Regelungen.

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Michael Dietmar Eschner und der Thelema-Orden in Lüneburg

Am 3.7.1992 wurde Michael Dietmar Eschner wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eines Gruppenmitglieds der von ihm geleiteten Sekte verurteilt. Es gibt noch weitere Urteile rund um diesen Fall.

Die Bundesregierung ordnet diesen Fall 1998 offiziell als Rituelle Gewalt ein.

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Angaben zu Täter/innen aus den USA von 1989

Thorsten Becker übersetzte [1] einen Auszug aus dem Bericht der Ritual Abuse Task Force der Los Angeles County Commission for Women 1989:


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