Mediale Einflüsse und Folgen

Wie bei Amokläufer/innen in Schulen gibt es auch bei Fällen Ritueller Gewalt oder Gewalt in destruktiven Gruppierungen einen öffentlichen Reflex: Es wird meist unverzüglich auf die „Verrohung der Jugend durch Filme und Computerspiele“ verwiesen. Häufig werden auch bestimmte Musikkulturen ausgemacht, die „Schuld“ an entsprechenden Taten sein sollen (Gothic, Dark Wave, Heavy Metal, Black Metal, Death Metal usw.).

Die Medienforschung hingegen hat kausale Zusammenhänge zwischen Medienkonsum und Straftaten bislang weitgehend verneint. Trotzdem sind die Zusammenhänge oft so deutlich – auch in Gerichtsurteilen – als Erklärungsmuster heran gezogen worden, dass wir die uns bekannten Fälle auch auf diesen Aspekt hin ausgewertet haben.

Außerdem ist es in unserer Mediengesellschaft fast schon üblich, dass die Täter/innen oder Aussteiger/innen ihre Lebensgeschichte selbst veröffentlichen, Filmrechte daran verkaufen oder medial auftreten. Sollten Bücher, Filme, Songs, Blogs oder ähnliches zu unseren Fällen erschienen sein, vermerken wir das ebenfalls an dieser Stelle.



Informationen zu diesem Thema:

Podcast-Interview zum Infoportal Rituelle Gewalt erschienen

Gestern (13.8.2017) ist ein Podcast-Interview von Hannah C. Rosenblatt mit Claudia Fischer, der verantwortlichen Redakteurin des Infoportals Rituelle Gewalt, erschienen.

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Höxter-Bosseborn – Sadistisches Paar tötet mindestens zwei Frauen

Im Frühjahr 2017 stehen ein Mann und eine Frau mittleren Alters vor Gericht in Paderborn, weil sie Frauen in ihr Haus gelockt und dort gefoltert haben sollen, so der Vorwurf der Anklage. Zwei Frauen starben. Der „Fall Höxter-Bosseborn“, der im Frühjahr 2016 ans Tageslicht kam und hohe mediale Aufmerksamkeit fand, weist bislang keine religiösen oder ideologischen Motive auf (Der Prozess läuft noch, Stand Mai 2017). Dennoch lohnt es sich, sich mit diesem Fall näher zu beschäftigen, denn er gibt Antworten auch auf die in unserem Portal gestellten Fragen.


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Deutscher Sektenführer entzieht sich einem Gerichtsprozess, taucht unter und wird ermordet

Im September 2016 wurde der deutsche Sektenführer Arno W. am Strand von Uruguay ermordet aufgefunden. Er war angeklagt, in seiner Sekte Kinder vergewaltigt zu haben. Bevor er nach Deutschland ausgeliefert werden konnte, wurde er umgebracht. Weil es deshalb zu keinem Urteil kam, ist dieser Fall nicht in unserer üblichen Fälle-Form aufgelistet, sondern wird hier in einem Fließtext beschrieben. Bitte suchen Sie sich die Stellen heraus, die für Sie von Bedeutung sind.


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Snuff-Videos – eine Chronologie

„Snuff-Videos“ nennt man Filme, in denen gezeigt wird, wie Menschen gewaltsam sterben. Die Diskussion um die Existenz solcher Filme reicht zurück mindestens bis zum Anfang der Video-Technologie. Hier sind die Fakten.


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Erweiterte Neuauflage von „Vater unser in der Hölle“ erschienen

2015 ist Ulla Fröhlings Buch „Vater unser in der Hölle“ in einer erweiterten Neuauflage im mvg-verlag erschienen. Es geht um den Inzest und Missbrauch eines jungen Mädchens in einer satanistischen Sekte. Der Tatsachenroman geht auf einen realen Fall zurück – Angela Lenz, die Hauptperson, gibt es wirklich (natürlich wurden alle Namen, Orte, Berufe und anderen Details verändert). 1996 erschien das Buch zum ersten Mal und war bahnbrechend.

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Von Tübingen nach Prag, um Taxifahrer zu töten

Im Mai 2014 werden zwei junge Männer aus Rottenburg/Kreis Tübingen, verurteilt, weil sie in Prag einen Taxifahrer getötet haben. Die beiden interessierten sich für Satanismus und Vampirismus und nannten den Wunsch nach Blutrausch als Motiv.

Beim Konsum von Gewaltfilmen und gewaltverherrlichender Musik sollen die Täter laut Staatsanwaltschaft konkrete Gewalt- und Tötungsphantasien entwickelt haben. Einer der beiden hat sich angeblich mit einer Hexe aus den Harry Potter Romanen identifiziert und ließ sich auch mit ihrem Namen ansprechen. [1]

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Kidwelly/Wales – Sektenführer und Helferinnen verurteilt

Im März 2011 wurden vier Erwachsene aus Wales, Großbritannien (ein Mann und 3 Frauen) verurteilt wegen jahrelanger sexualisierter Gewalt an Jungen und Mädchen. Das Gericht stellte fest, dass der Haupttäter der Leiter eines satanistischen Kultes war und die Kinder in diesem Rahmen manipuliert und eingeschüchtert hat.

Eines der Opfer berichtete in einem 2015 veröffentlichten Buch, dass sie ab ihrem 7. Lebensjahr sexuell mißhandelt wurde und auch ein Kind im Rahmen der Kult-Gruppe bekommen hat. [1]

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Urteil gegen den Musiker „Oliver Shanti“

Im Jahr 2009 wurde der deutsche New-Age-Musiker und Sektenführer „Oliver Shanti“ von einem Münchner Gericht verurteilt, Kinder seiner Anhänger/innen in den 1980er Jahren sexuell misshandelt zu haben. Er bekam eine Haftstrafe von fast sieben Jahren.

„Oliver Shanti“ war weltweit als Musiker für sogenannte „New World Age Musik“ berühmt [1], eine Art Entspannungsmusik mit asiatischen und indianischen Klängen.


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Blutfetisch – Eine Analyse jugendgefährdender Inhalte

2007 hat Dr. Rainer Fromm, Journalist, Kenner und Kritiker der extremen Gewaltphänomene und Sektenexperte, für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften einen ausführlichen Artikel  über die Faszination von Blut verfasst.

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Dutroux und andere in Belgien

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux verurteilt, weil er mehrere Jahre lang Mädchen und junge Frauen in Belgien entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet hat. Drei Kompliz/innen erhielten ebenfalls Haftstrafen. Dass Dutroux selbst zu einer Sekte gehörte, darauf gibt es keine Hinweise. Belegt sind aber Hinweise darauf, dass er evtl. Kinder an einen Satanskult liefern sollte. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er Verbindungen zur Stasi und in europaweite pädokriminelle Netzwerke hatte. Damit gibt dieser Fall für unser Thema hochinteressante Einblick in vernetzte Täter/innen-Strukturen. Die Hinweise auf Satanismus bei Dutroux haben wir unter der Rubrik „Religiöse und ideologische Hintergründe“ dokumentiert, die Hinweise auf die Stasi unter „Was sagt die Politik?“.

Zu Dutroux sind Dutzende Bücher und Filme erschienen, die im Internet mit den üblichen Suchmaschinen zu finden sind. Deshalb listen wir sie hier nicht im einzelnen auf.


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„Höllenleben“ – „Nicki“ zeigt Kindstötung auf der Wewelsburg an

Im Dezember 2001 strahlte die ARD den Dokumentarfilm „Höllenleben“ aus, in dem eine Frau mit DIS (Dissoziativer Identitätsstruktur, siehe Begriffserklärungen), die sich „Nicki und die Bärenbande“ nennt, von Ritueller Gewalt in ihrer Kindheit in einer satanistischen Sekte erzählt. „Nicki“ zeigte sich im Rahmen der Recherchen zum Film selbst wegen Kindstötung an.

Der Film „Höllenleben“ von Liz Wieskerstrauch (ARD 2001) wurde mehrfach ausgezeichnet. [1]

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Der sogenannte „Satansmord“ von Witten – Daniel und Manuela Ruda

Im Januar 2002 wird das Ehepaar Daniel und Manuela Ruda verurteilt, am 6.7.2001 in Witten einen Arbeitskollegen von Daniel im Namen Satans ermordet zu haben.

Die Medienaufmerksamkeit für diesen Fall war riesig. Die Prozesstage wurden von Fernsehsendern, Zeitungen und Fotograf/innen intensiv begleitet. Das Medieninteresse haben die beiden Täter mit eindeutigen Handzeichen und Blicken auch bedient. So wurden die Medien zum Gegenstand öffentlicher Kritik. 

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Colonia Dignidad – Paul Schäfer misshandelt Sektenmitglieder

Im Jahr 2006 wird Paul Schäfer verurteilt, Kinder in seiner freikirchlichen Sekten-Kolonie „Colonia Dignidad“ vergewaltigt und gefoltert zu haben. Außer ihm werden weitere Komplizen verurteilt. Die „Colonia Dignidad“ hat nachweislich mit dem chilenischen Geheimdienst zusammen gearbeitet und Menschen gefoltert und getötet.

Baustelle: Wir haben für dieses Thema nur deutsche Quellen ausgewertet. Wenn Sie chilenische oder argentinische Quellen mit weiteren Informationen für uns beisteuern können, melden Sie sich gerne bei uns.

Es gibt unzählige Berichte, Bücher und Filme über die Colonia Dignidad. Die Journalistin Ulla Fröhling bemerkt allerdings eine Besonderheit:


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„Thakar Singh“: Kleinkinder mussten stundenlang meditieren

1994 und 1995 wurden zwei Frauen in Bayern wegen Kindesmisshandlung verurteilt, weil ihnen anvertraute Kinder stundenlang meditieren mussten.

Baustelle: In diesem Fall sind noch viele Fragen offen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, klicken Sie hier.

Über die Sekte „Thakar Singh“ wurde ein Film für den Schulunterricht zum Themenkreis Sekten für Schüler/innen ab der 7. Klasse produziert.


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Der Mord von Sondershausen – Sandro Beyer

Im Februar 1994 werden drei Mitglieder der Black Metal Band „Absurd“ (zuvor „Luciferian Pagans“) verurteilt, den Schüler Sandro Beyer getötet zu haben.

Die Täter gaben sich martialische Namen aus Filmen, guckten Horrorvideos und produzierten selbst welche. Die 1992 gegründete Band „Absurd“ machte durch gewaltverherrlichende Texte auf sich aufmerksam. [1]


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Michael Dietmar Eschner und der Thelema-Orden in Lüneburg

Am 3.7.1992 wurde Michael Dietmar Eschner wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eines Gruppenmitglieds der von ihm geleiteten Sekte verurteilt. Es gibt noch weitere Urteile rund um diesen Fall.

Eschners Thelema-Anhänger warben in Norddeutschland insbesondere in Diskotheken neue Mitglieder an. Dies traf zusammen mit der Entwicklung des Hard Rock, Heavy Metal und Black Metal,

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Teufelsaustreibung bis zum Tod – Anneliese Michel

Im April 1978 werden die Eltern und zwei verantwortliche katholische Priester verurteilt, weil sie zugelassen haben, dass die 23jährige Anneliese Michel nach Teufelsaustreibungen gestorben ist.

Der Prozess wegen Anneliese Michels Tod erregte hohe mediale Aufmerksamkeit weltweit (siehe „Soziale und gesellschaftliche Faktoren“).

Annelieses Michels Schicksal war Hintergrund, Motivation und/oder Inspiration für viele Radiosendungen, Bücher, Theaterstücke, Dokumentar- und Spielfilme im In- und Ausland. Eine Liste ist auf Wikipedia zu finden.

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Charles Manson und seine „Family“

Am 29.3.1971 wird der Musiker Musiker Charles Manson gemeinsam mit Mitgliedern seiner Sekte „The Family“ verurteilt, weil er für den Tod von insgesamt sieben Menschen im Jahre 1969 verantwortlich gewesen sei.

Bemerkenswert sind Mansons Bezüge in die kalifornische Musik- und Filmindustrie zum Zeitpunkt der Taten.


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