Wer sind die Täter/innen?

Auf diese Frage gibt es natürlich keine einheitliche Antwort. Aus Berichten der Tagespresse wissen wir, dass es sexualisierte Gewalt oder sadistische Phantasien in jeder Berufsgruppe oder Bevölkerungsschicht geben kann, dass Männer und Frauen beteiligt sind usw. Gerichtlich nachgewiesene Beispiele von für solche Taten verurteilte Menschen finden Sie in der Liste unten. Außerdem vermerken wir in dieser Rubrik, wenn es Informationen über weitere Netzwerke von Täter/innen gab, die in Prozessen genannt, aber nicht im Urteil bestätigt wurden. Wir möchten solche Hinweise sichtbar machen.

 



Informationen zu diesem Thema:

„Kinderporno“-Ringe gesprengt – eine Chronologie

[Zuletzt aktualisiert: Juni 2017] Regelmäßig lesen wir in der Tagespresse Erfolgsmeldungen darüber, dass Ermittlungsbehörden ganze Ringe von Internet-Händlern und -Kunden entdeckt haben, die Gewaltdarstellungen von Kindesmisshandlungen und Pädokriminalität verbreiten.

Die Zahlen der Polizei über beteiligte Täter, Opfer, und von gefundenen Bild- und Videodateien sind meist in einer Größenordnung, dass die Dimensionen schwer zu fassen sind. Deshalb tragen wir hier eine Chronologie zu diesem Thema zusammen.

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Höxter-Bosseborn – Sadistisches Paar tötet mindestens zwei Frauen

Im Frühjahr 2017 stehen ein Mann und eine Frau mittleren Alters vor Gericht in Paderborn, weil sie Frauen in ihr Haus gelockt und dort gefoltert haben sollen, so der Vorwurf der Anklage. Zwei Frauen starben. Der „Fall Höxter-Bosseborn“, der im Frühjahr 2016 ans Tageslicht kam und hohe mediale Aufmerksamkeit fand, weist bislang keine religiösen oder ideologischen Motive auf (Der Prozess läuft noch, Stand Mai 2017). Dennoch lohnt es sich, sich mit diesem Fall näher zu beschäftigen, denn er gibt Antworten auch auf die in unserem Portal gestellten Fragen.


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Von Tübingen nach Prag, um Taxifahrer zu töten

Im Mai 2014 werden zwei junge Männer aus Rottenburg/Kreis Tübingen, verurteilt, weil sie in Prag einen Taxifahrer getötet haben. Die beiden interessierten sich für Satanismus und Vampirismus und nannten den Wunsch nach Blutrausch als Motiv.

Die Täter waren schon als Kinder wegen hoher Aggression in Jugendhilfeeinrichtungen oder psychiatrischen Einrichtungen untergebracht. Dort lernten sie sich auch kennen. [1]


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Haftstrafen für Elternpaar nach Teufelsaustreibungen

Im März 2011 wird ein Ehepaar aus Steinheim im Kreis Höxter/NRW verurteilt, die eigene Tochter elf Jahre lang sexuell misshandelt zu haben. Teilweise sollen diese Taten im Rahmen von Teufelsaustreibungen stattgefunden haben.

Der verurteilte Vater war zum Prozesszeitpunkt 49 Jahre alt und gelernter Konditor. [1] Seine mitverurteilte Frau war 45 Jahre alt und arbeitslos. [2]

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Kidwelly/Wales – Sektenführer und Helferinnen verurteilt

Im März 2011 wurden vier Erwachsene aus Wales, Großbritannien (ein Mann und 3 Frauen) verurteilt wegen jahrelanger sexualisierter Gewalt an Jungen und Mädchen. Das Gericht stellte fest, dass der Haupttäter der Leiter eines satanistischen Kultes war und die Kinder in diesem Rahmen manipuliert und eingeschüchtert hat.

Ein ermittelnder Polizist wurde von der BBC zitiert, es habe sich um einen „systematische und langanhaltende Misshandlung von Kindern mit einer begrenzten Anzahl von Tätern“ gehandelt. [1] Beteiligt am Missbrauch waren teilweise die Eltern der misshandelten Kinder. [2]


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Klassifizierung von Täter/innen von Ellen Lacter

Im Februar 2010 entwarf die amerikanische Therapeutin Ellen Lacter in einem Posting auf einer Mailingliste drei Kategorien von Täter-Persönlichkeiten:

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Urteil gegen den Musiker „Oliver Shanti“

Im Jahr 2009 wurde der deutsche New-Age-Musiker und Sektenführer „Oliver Shanti“ von einem Münchner Gericht verurteilt, Kinder seiner Anhänger/innen in den 1980er Jahren sexuell misshandelt zu haben. Er bekam eine Haftstrafe von fast sieben Jahren.

Oliver Shanti wurde laut Wikipedia um 1948 herum geboren und ging irgendwann nach Indien. Dort gab er sich den Namen „Oliver Shanti“ (Shanti=Sanskrit oder Hindi für „Frieden“).


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2000 Personen aus 40 Ländern beteiligen sich am „Extreme Abuse Survey“ 2007

Thorsten Becker, Wanda Karriker, Bettina Overkamp und Carol Rutz sind die Autor/innen des internationalen „Extreme Abuse Survey“ (EAS) 2007. Bei dieser anonymen Online-Umfrage beteiligten sich 2000 Menschen. Die Ergebnisse können unter der Homepage der Umfrage als PDF-Dateien auf Deutsch und Englisch herunter geladen werden.


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Befragung von „Vielfalt e.V.“ 2005

Der Verein „Vielfalt e.V.“ verschickte in Kooperation mit dem Zentrum für Psychotraumatologie Kassel im Jahr 2005 Fragebögen an 36 Begleiter/innen von Betroffenen Ritueller Gewalt in 10 Bundesländern.


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Dutroux und andere in Belgien

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux verurteilt, weil er mehrere Jahre lang Mädchen und junge Frauen in Belgien entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet hat. Drei Kompliz/innen erhielten ebenfalls Haftstrafen. Dass Dutroux selbst zu einer Sekte gehörte, darauf gibt es keine Hinweise. Belegt sind aber Hinweise darauf, dass er evtl. Kinder an einen Satanskult liefern sollte. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er Verbindungen zur Stasi und in europaweite pädokriminelle Netzwerke hatte. Damit gibt dieser Fall für unser Thema hochinteressante Einblick in vernetzte Täter/innen-Strukturen. Die Hinweise auf Satanismus bei Dutroux haben wir unter der Rubrik „Religiöse und ideologische Hintergründe“ dokumentiert, die Hinweise auf die Stasi unter „Was sagt die Politik?“.

Marc Dutroux war stellenloser Elektriker und z.B. bei der Polizei bereits mit Autodiebstählen aufgefallen. Ein mit ihm verurteilter Komplize war belgischer Geschäftsmann. Vermutet wird, dass Dutroux Teil eines Täter/innen-Netzwerkes war, das europaweit agierte. [1] Verurteilt wurden aber nur er selbst und drei Mittäter/innen:


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Brasilianische Sektenangehörige 2003 verurteilt

Im Jahre 2003 wurden in Altamira/Brasilien mehrere Mitglieder der Sekte Lineamento Universale Superior, kurz LUS (Sekte „Oberste Universale Ausrichtung“, engl. „Superior Universal Alignment“) wegen Mordes, Entführung, Folter und Kastration an mehreren Jungen zwischen acht und 13 Jahren verurteilt.

Baustelle: Wir konnten für diesen Fall nur deutsche und englischsprachige Quellen auswerten. Wenn uns jemand beim Auswerten von Suchergebnissen und Artikeln aus Argentinien und Brasilien (also in spanisch oder portugiesisch) helfen kann, melden Sie sich bitte bei uns!

 

Angeklagt wurden die Sektenführerin, zwei Ärzte, zwei Sicherheitskräfte und der Sohn eines Geschäftsmannes. [1]


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„Höllenleben“ – „Nicki“ zeigt Kindstötung auf der Wewelsburg an

Im Dezember 2001 strahlte die ARD den Dokumentarfilm „Höllenleben“ aus, in dem eine Frau mit DIS (Dissoziativer Identitätsstruktur, siehe Begriffserklärungen), die sich „Nicki und die Bärenbande“ nennt, von Ritueller Gewalt in ihrer Kindheit in einer satanistischen Sekte erzählt. „Nicki“ zeigte sich im Rahmen der Recherchen zum Film selbst wegen Kindstötung an.

„Nicki“ beschuldigt im Film ihren Stiefvater und ihre Mutter, die meisten Taten an ihr begangen zu haben. Ihre Mutter war zum Tatzeitpunkt bereits verstorben.

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Der sogenannte „Satansmord“ von Witten – Daniel und Manuela Ruda

Im Januar 2002 wird das Ehepaar Daniel und Manuela Ruda verurteilt, am 6.7.2001 in Witten einen Arbeitskollegen von Daniel im Namen Satans ermordet zu haben.

Daniel und Manuela Ruda stammten aus der so genannten „Schwarzen Szene“ (mehr darüber bei diesem Fall unter „Religiöse oder ideologische Hintergründe“). Anfang der 2000er Jahre wurden sie auch als „Gothics“ oder „Grufties“ bezeichnet.

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Colonia Dignidad – Paul Schäfer misshandelt Sektenmitglieder

Im Jahr 2006 wird Paul Schäfer verurteilt, Kinder in seiner freikirchlichen Sekten-Kolonie „Colonia Dignidad“ vergewaltigt und gefoltert zu haben. Außer ihm werden weitere Komplizen verurteilt. Die „Colonia Dignidad“ hat nachweislich mit dem chilenischen Geheimdienst zusammen gearbeitet und Menschen gefoltert und getötet.

Baustelle: Wir haben für dieses Thema nur deutsche Quellen ausgewertet. Wenn Sie chilenische oder argentinische Quellen mit weiteren Informationen für uns beisteuern können, melden Sie sich gerne bei uns.

Paul Schäfer wurde 1921 geboren als jüngster von drei Söhnen. Er erhielt nur eine geringe Schulbildung und tingelte Mitte der 1930er Jahre mit einem homosexuellen „Kraftmenschen“ über Jahrmärkte. Dieser Kontakt hielt mindestens bis 1960 – Besuche in Schäfers Glaubensgemeinschaft nutzt dieser Jahrmarkt-Darsteller auch zu Übergriffen auf Kinder. [1] Während der Nazi-Zeit fehlen Details aus Schäfers Biografie. In seinen Wehrmachtsakte fehlen Seiten ca. um das Jahr 1941. [2]

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„Thakar Singh“: Kleinkinder mussten stundenlang meditieren

1994 und 1995 wurden zwei Frauen in Bayern wegen Kindesmisshandlung verurteilt, weil ihnen anvertraute Kinder stundenlang meditieren mussten.

Baustelle: In diesem Fall sind noch viele Fragen offen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, klicken Sie hier.

Eine der verurteilten Frauen, war Juristin und arbeitete als Ordnungs- und Umweltreferentin bei der Stadt Bayreuth. Die andere, die Leiterin des sogenannten „Mutter-Kind-Hauses“ in Gauting bei München, war Ex-Ehefrau eines bekannten Filmemachers. [1]


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Der Mord von Sondershausen – Sandro Beyer

Im Februar 1994 werden drei Mitglieder der Black Metal Band „Absurd“ (zuvor „Luciferian Pagans“) verurteilt, den Schüler Sandro Beyer getötet zu haben.

Die drei jugendlichen Täter sollen Teil einer größeren Gruppe gewesen sein. Neben Hinweisen auf weitere Jugendliche (siehe „Warum werden die Täter selten gefasst oder verurteilt?“) gibt Sandro Beyers Mutter später an, es hätten auch Erwachsene mitgewirkt. [1]


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Michael Dietmar Eschner und der Thelema-Orden in Lüneburg

Am 3.7.1992 wurde Michael Dietmar Eschner wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eines Gruppenmitglieds der von ihm geleiteten Sekte verurteilt. Es gibt noch weitere Urteile rund um diesen Fall.

Michael Dietmar Eschner war gelernter Elektrofachmann und Computerprogrammierer.[1] Er sah sich als Reinkarnation des Satanisten Aleister Crowley [2],

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Angaben zu Täter/innen aus den USA von 1989

Thorsten Becker übersetzte [1] einen Auszug aus dem Bericht der Ritual Abuse Task Force der Los Angeles County Commission for Women 1989:


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Charles Manson und seine „Family“

Am 29.3.1971 wird der Musiker Musiker Charles Manson gemeinsam mit Mitgliedern seiner Sekte „The Family“ verurteilt, weil er für den Tod von insgesamt sieben Menschen im Jahre 1969 verantwortlich gewesen sei.

Charles Manson war ein relativ erfolgloser Musiker, der allerdings einflussreiche Freunde kannte (z.B. Dennis Wilson von den Beach Boys, der Manson die B-Seite einer seiner Singles bespielen ließ. [1]

Der WDR fasst seine Kindheit so zusammen:

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