Hinweise für Ermittler/innen

Ermittlungen im Bereich ritueller Gewalt sind extrem schwierig – aus diversen Gründen, die zu weit führen, wollte man sie hier alle aufzählen. Für Deutschland gilt: Ein so genanntes „Lagebild“ kann die Polizei nicht aufstellen, weil die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) die Merkmale, die Ritueller Gewalt zugrunde liegen, nicht explizit erfasst und ausweist. Und mit dem Verweis auf ein fehlendes „Lagebild“ lehnen seit Jahren die „höchsten Stellen“ (BKA, LKA usw.) immer wieder Anfragen ab (z.B. nach Vernetzung innerhalb der Landespolizeibehörden oder z.B. eine Initiative zur Einordnung von Ritueller Gewalt in den Bereich Organisierte Kriminalität).

Ganz praktisch heißt das für den Polizei-Alltag: Ermittler/innen mit einer entsprechenden Anzeige auf dem Tisch haben häufig das Gefühl, sich ganz allein und als erste/r Polizist/in mit so einem Fall zu befassen.

Wir hoffen darum, mit dieser Internetseite auch Ermittler/innen ein wichtiges Recherche-Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Vielleicht füllen wir diese entscheidende Lücke und helfen dabei, dass Ermittler/innen von den Erfahrungen anderer profitieren können.

In unseren FAQs arbeiten wir laufend an einer Liste, warum es relevant ist, Rituelle Gewalt als Kriminalitätsphänomen mit besonderen Bedingungen zu betrachten. Dort sammeln wir Antworten auf die Frage, welche Auswirkungen ein Ritueller Hintergrund auf Ermittlungen, Strafmaß und Resozialisierung haben kann.

Unser Angebot:

Sie können sich über das Suchfenster oben die Fälle auf unserer Seite auch nach Bundesländern anzeigen lassen (versuchen Sie es ggf. mit „Nordrhein-Westfalen“ und „NRW“… :-))

Selbstverständlich sind wir für Fachfragen auch ansprechbar – schreiben Sie uns!

Außerdem gibt es aus den Reihen der Polizei und Justiz einige Initativen oder Fach-Artikel, die vielleicht bei Ermittlungen hilfreich sind. Diese listen wir hier auf, sofern wir davon Kenntnis erhalten. (Hinweise auf weitere Materialien nehmen wir gerne entgegen. :-))

Literaturhinweise (chronologisch)

  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) erläutert die Arbeitsweise und Überforderung von Kinderpornografie-Ermittlern, und dass der Einsatz von noch mehr Polizist/innen nur zu noch mehr ungelösten Fällen führen würde. Link zum FAZ-Artikel vom 28.2.2015
  • Warum Rituelle Gewalt von der Polizei oft nicht erkannt wird (Zitate aus dem Artikel finden Sie hier): Paulus, Manfred, Erster Kriminalhaupkommissar im Ruhestand (EKHK a.D.): Artikel „Ku-Klux-Was? – Rituelle Gewalt in Deutschland – (K)Ein Thema für die Gesellschaft, (k)ein Thema für die Polizei?“ Erschienen in Zeitschrift „Die Kriminalpolizei“ 1/2013 (Link zum Online-Artikel)
  • Gallwitz, Adolf und Paulus, Manfred: Buch „Pädokriminalität weltweit“, Verlag Deutsche Polizeiliteratur, Hilden 2009. Adolf Gallwitz ist Medizin- und Polizeipsychologe und Professor an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen. Manfred Paulus ist Erster Kriminalhauptkommissar im Ruhestand (EKHK a.D.).
  • Petermann, Axel und Greuel, Luise: Vortrag „Rituelle Gewalt – Möglichkeiten und Grenzen der kriminalistischen und aussagepsychologischen Fallbearbeitung“, gehalten am 6.11.2009 in Trier, dokumentiert in der Tagungsdokumentation „Rituelle Gewalt – vom Erkennen zum Handeln“, Pabst Science Publishers, Lengerich 2011.
  • Bauch, Wolfgang, Ehemaliger Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Brandenburg: „Okkultismus/Satanismus – Polizeiliche Sicht“, Vortrag am 3. Juni 1999 in Schwerin (Link zum Online-Artikel)
  • Empfehlung der Enquete-Kommission „Sekten und sogenannte Psychogruppen“ des Deutschen Bundestages 1998, Punkt 6.2.7: „Schaffung von Dezernaten mit Schwerpunkten für Straftaten mit okkultem Hintergrund bei den Strafverfolgungsbehörden und entsprechender Aus- und Weiterbildung der Beamten“. Link zum Abschlussbericht