ISSD-Pilotstudie Deutschland 1997

Die Wissenschaftsjournalistin Ulla Fröhling, die Diplom-Psychologin und Traumatherapeutin Michaela Huber und Dr. Frauke Rodewald von der Medizinischen Hochschule Hannover führten bereits 1997 eine Pilotstudie zu Ritueller Gewalt für die ISSD – Deutsche Fachstudiengruppe durch. Sie fragten, ob es in Deutschland Personen gab, die von Traumatisierungen durch Tätergruppen im Rahmen von rituellen Handlungen berichteten.

Es ging ihnen dabei um die regionale Verbreitung solcher Berichte, um die Arten von Tätergruppen und Traumatisierungen und die Langzeitfolgen für die Opfer. Von 355 verschickten Fragebögen erhielten sie damals knapp ein Drittel (115 Stück) zurück und bezogen 107 in ihre Auswertung ein. [1]

Ihnen wurden Berichte gemeldet aus NRW, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Berlin, Hamburg und vereinzelt aus anderen Bundesländern. Die meisten Berichte erhielten sie aus NRW. Dabei erhoben sie insgesamt 237 Fälle von Satanistischem Rituellem Missbrauch und die Opfer waren zu knapp 85 % weiblich.

Gemeldet wurden insgesamt 152 destruktive Kulte, 126 Fälle von „Kinderpornografie“ und „Kinderprostitution“ (damals waren diese Begriffe noch politisch korrekt), 57 Meldungen erhielten sie zu Sekten und 34 Meldungen zu faschistischen Gruppierungen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Wie es weiter ging

Aus der Studie entwickelten die Autorinnen zusammen mit anderen Fachleuten einen Forschungsantrag, und obwohl sogar die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages mit dem Titel „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ in ihrem Abschlussbericht den Forschungsbedarf betont hatte, lehnte das Forschungsministerium den Antrag 1999 ab. Details über dieses Verfahren sind auf der Webseite der Renate-Rennebach-Stiftung nachzulesen [2] und es stehen auch Folien der Entwicklung dieser Arbeit von 1997 bis 2005 zur Verfügung [3].

2005 legte die ISSD demnach die Pilotstudie öffentlich vor. Eine Netz-Fundstelle ist uns dazu nicht bekannt.

Baustelle: Hier ist noch Recherchebedarf. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, finden Sie hier Hinweise dazu.

Quellen:
[1] Die Renate-Rennebach-Stiftung stellt auf ihrer Webseite die quantitativen Ergebnisse der Studie in Folien zur Verfügung.
[2] Den Vortrag von Ulla Fröhling in ausformulierter Form finden Sie ebenfalls auf der Webseite der Renate-Rennebach-Stiftung.
[3] Die Folien von Ulla Fröhling können Sie ebenfalls von der Stiftungs-Webseite herunterladen (PDF).