Soziale und gesellschaftliche Faktoren

Bei manchen Fällen lohnt sich der Blick darauf, in welchem gesellschaftlichen oder sozialen Kontext die Täter/innen oder Opfer Ritueller Gewalt stehen. Das kann Erklärungsansätze liefern oder mit Vorurteilen aufräumen. Auf jeden Fall macht es eines deutlich: Berichte über Rituelle Gewalt gibt es aus allen Schichten, allen Altersgruppen und unterschiedlichen sozialen Gruppierungen.



Informationen zu diesem Thema:

Theaterstück in Münster behandelt Gewalt in Institutionen, Kirche und organisierten Kreisen

Die Regisseurin Karen Breece hat im Frühjahr 2024 für das Theater Münster ein Theaterstück über den Tatkomplex Münster und andere Fälle sexualisierter Gewalt auf die Bühne gebracht. “Kinderhäuser” heißt dieses Stück, benannt nach dem Stadtteil Kinderhaus in Münster, in dem jahrelang pädokriminelle Straftaten stattfanden. Wir haben es uns angesehen.


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Diskussion um die Löschung von Missbrauchsabbildungen

Eine Recherche von Journalisten für den NDR und den Spiegel hat Anfang Dezember 2021 ergeben, dass es sehr einfach ist, Missbrauchsabbildungen aus dem Internet zu löschen. Nur – die Behörden tun es kaum. Das ist schlimm für die Betroffenen und wirft Fragen nach den Aufgaben von Ermittlungen auf, denn Löschung ist auch ein wichtiger Bestandteil von Prävention, sagen Fachleute.

Updates (ganz unten im Beitrag)
12.1.24: Buch zum Thema hinzugefügt
1.3.22: Weitere Artikel und Details hinzugefügt]


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Begutachtung von Betroffenen sexualisierter Gewalt im katholischen Kontext

Ältere Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend Opfer sexueller Gewalt durch katholische Kleriker wurden, beantragen vermehrt Entschädigung nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG). Die Begutachtung dieser Opfer im Verantwortungsbereich der katholischen Kirche ist besonders anspruchsvoll, da die erlittenen Traumata oft viele Jahre zurückliegen. Die Autoren eines aktuellen Textes, die sich sowohl wissenschaftlich als auch in der praktischen Begutachtung mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt haben, teilen aufgrund ihrer Erfahrungen einige Überlegungen zu diesem Thema mit.


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Familiennetzwerke rund um Lügde

Am 28.4.2023 berichteten die Deutsche Presseagentur (dpa) und die „Welt” darüber, dass es rund um den Haupttäter auf dem Campingplatz in Lügde/NRW „Familiensysteme” gegeben habe, in denen viele Kinder sexualisiert misshandelt worden seien. Dies sei im „Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Kindesmissbrauch” (PUA) [1] im Düsseldorfer Landtag bekannt geworden.


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Betroffenenrat stellt Forschungsstand zu Gewaltfolgen und Ritueller Gewalt zusammen

Diverse Studien aus verschiedenen Forschungsdisziplinen hat der von der UBSKM (Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) berufene Betroffenenrat zusammengestellt.


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“Bei Gewalt in Verbindung mit Religion kommen Staat und Hilfsangebote an ihre Grenzen”

Im November 2022 hielt die Infoportal-Redakteurin Claudia Fischer einen Vortrag beim Forum “Gewalt im Alltag” für die Karin und Walter Blüchert Stiftung. Es war der Einführungsvortrag für das Themenfeld “Gewalt und Religion” – und es ging ihr um die Frage, was Gewalt, die in einem religiösen oder ideologischen Kontext ausgeübt wird, von der Gewalt ohne diese Einbettung unterscheidet.

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Berichte von Betroffenen und gesellschaftliche Ignoranz

Der australische Kriminologie-Professor Michael Salter hat in einem Forschungsprojekt mit 74 Betroffenen von organisierter Gewalt Hypothesen aufgestellt, welche Zusammenhänge zwischen organisierter Gewalt und gesellschaftlicher Verleugnung bestehen.


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Warum Kinder ihre Aussagen widerrufen

In Gerichtsverfahren wegen sexualisierter Gewalt sind die Betroffenen oft das einzige Beweismittel. Deshalb ist eine Strafverfolgung sehr kompliziert, wenn es nur die Aussage der Kinder oder Erwachsenen gibt, denen Gewalt angetan wurde. Insbesondere Kinder machen oft widersprüchliche Aussagen oder offenbaren sich an der einen, leugnen die Aussagen aber bei einer anderen Person. Warum das so ist und welche Faktoren man dazu im Blick behalten muss, dazu gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse.


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Neuerscheinung: “SUPPORT – Ein Leitfaden für den Ausstieg”

Am 15.11.2021 hat der Verein N.I.N.A. e.V. einen kostenlosen Leitfaden für den Ausstieg aus organisierten sexualisierten und rituellen Gewaltstrukturen veröffentlicht.


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Sozialgericht Darmstadt und Bistum Speyer bestätigen Vorwürfe organisierter sexualisierter Gewalt

Im Mai 2020 fällte das Sozialgericht Darmstadt ein bemerkenswertes Urteil [1]. Es sprach einem 63jährigen Mann Zahlungen nach dem Opferentschädigungsgesetz zu und sah dabei als erwiesen an, dass dieser Mann in einem katholischen Kinderheim des Ordens der „Niederbronner Schwestern“ in Speyer schwere Straftaten erlitten hat, die mehrere Kriterien Ritueller Gewalt erfüllen. Auf so ein Urteil in einem OEG-Verfahren hoffen viele Betroffene und Opferanwältinnen und -anwälte seit langem. Hier kommt nun noch etwas bemerkenswertes hinzu: Das Bistum Speyer geht öffentlich ebenfalls von diesen Straftaten aus und hat sogar den Namen des Haupttäters öffentlich genannt.[2], [4] Zu diesem Fall gibt es inzwischen eine Reihe von Updates.


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Standards für Aufarbeitung in der katholischen Kirche

Am 28.4.2020 haben der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs (UBSKM) und die Deutsche Bischofskonferenz eine Vereinbarung unterzeichnet, in der festgelegt wird, wie sexueller Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland aufgearbeitet werden soll.


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Alles Verschwörung?

Plädoyer für solide Information zwischen zwei Extremen

Eine gemeinsame Stellungnahme von der Emanuelstiftung (Bonn), von Lichtstrahlen Oldenburg e.V., Mosaik gegen Gewalt e.V., Bielefeld. Alle drei betreiben das Infoportal Rituelle Gewalt (www.infoportal-rg.de). Veröffentlicht am 18.4.2020 (Hier können Sie diese Erklärung als PDF herunterladen)


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Aufarbeitungskommission berichtet über Rituelle Gewalt

Am 3. April 2019 legte die Aufarbeitungskommission  beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) einen Bilanzbericht 2019 vor, den Sie hier herunterladen können [Link zum Web-Archiv]. Die Lektüre der knapp 300 Seiten lohnt sich – nicht zuletzt geht es auf mehreren Seiten auch um Rituelle Gewalt.


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Bundesfamilienministerin: UBSKM und Betroffenenrat sollen unbefristet arbeiten können

Die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat laut einer aktuellen Pressemitteilung (19.10.18) [Link zum Web-Archiv] ein Konzept vorgelegt, mit dem die Stelle des “Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs bei der Bundesregierung” (UBSKM) auf Dauer eingerichtet werden soll.  Bislang ist die Stelle des UBSKM immer nur auf ein paar Jahre befristet. Auch die Einrichtung seines “Betroffenenrates” soll dauerhaft genehmigt werden. Die sogenannte “Aufarbeitungskommission” (der offizielle Name ist länger) [Link zum Web-Archiv] soll bis mindestens 2023 weiter arbeiten können.


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Rituelle Gewalt und warum Betroffenen nicht geglaubt wird

In einem aktuellen Statement (3.7.2018) hat sich der Betroffenenrat beim UBSKM damit beschäftigt, warum es immer wieder öffentliche Äußerungen und Bestrebungen gibt, Rituelle Gewalt als erfunden oder von Therapeut.innen eingeredet zu bezeichnen.


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Eine Chance für Ermittlungen? Betroffener würde seine Folterbilder zur Verfügung stellen

Bei Ermittlungen gegen sexualisierte Kindesmisshandlungen im Internet (sogenannte „Kinderpornografie“ [1]) stehen deutsche Polizist.innen vor einem Dilemma:

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Studie mit Betroffenen endet bald, zusätzlich sind jetzt die professionellen Betreuer/innen gefragt

Mitte Juli 2017 hat am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg eine aktuelle Studie begonnen. Das Thema ist: “Professionelle Begleitung von Menschen, die sexuelle Gewalt und Ausbeutung, im Besonderen organisierte rituelle Gewalt, erlebt haben – Die Perspektive der Betroffenen und der Fachkolleg_innen”. Es wurden Online-Fragebögen erstellt, die anonym ausgefüllt werden können.


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Podcast-Interview zum Infoportal Rituelle Gewalt erschienen

Gestern (13.8.2017) ist ein Podcast-Interview von Hannah C. Rosenblatt mit Claudia Fischer, der verantwortlichen Redakteurin des Infoportals Rituelle Gewalt, erschienen.

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Geflüchtete Kinder in Deutschland sind gefährdet

Nach WDR-Recherchen [1] wurden 2015 insgesamt 8.006 Kinder- und Jugendliche, die als unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland kamen, als vermisst gemeldet

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Laufstark fürs Leben

Vom 23. August bis 7. September 2016 lief Katja Hornfeck einmal quer durch Deutschland. Als Zeichen gegen sexualisierte und Rituelle Gewalt.

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Ergebnisse der Online-Befragung: Warum wird sexualisierte Gewalt so selten angezeigt?

2014 hat das Kriminologische Institut der Universität Heidelberg eine Online-Umfrage unter Betroffenen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der sogenannten “DASS-Studie” veröffentlicht worden.


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Warum Rituelle Gewalt von der Polizei oft nicht erkannt wird

In der Zeitschrift “Die Kriminalpolizei” 1/2013 veröffentlichte Manfred Paulus, Erster Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, einen Artikel mit Antworten auf diese Frage.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung:


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Abschlußbericht der UBSKM 2011: Rituelle Gewalt ist ein Tabu, das Täter stark macht

2011 legte die Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, ihren Abschlussbericht vor. Rituelle Gewalt wurde darin mit einem eigenen Kapitel aufgenommen. Das bedeutet eine wichtige politische Anerkennung, dass es Rituelle Gewalt gibt, dass Ermittlungsarbeit und Forschung bei Ritueller Gewalt noch nacharbeiten müssen und dass Hilfen für die Betroffenen fehlen.

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Blutfetisch – Eine Analyse jugendgefährdender Inhalte

2007 hat Dr. Rainer Fromm, Journalist, Kenner und Kritiker der extremen Gewaltphänomene und Sektenexperte, für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften einen ausführlichen Artikel  über die Faszination von Blut verfasst.

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Dutroux und andere in Belgien

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux verurteilt, weil er mehrere Jahre lang Mädchen und junge Frauen in Belgien entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet hat. Drei Kompliz/innen erhielten ebenfalls Haftstrafen. Dass Dutroux selbst zu einer Sekte gehörte, darauf gibt es keine Hinweise. Belegt sind aber Hinweise darauf, dass er evtl. Kinder an einen Satanskult liefern sollte. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er Verbindungen zur Stasi und in europaweite pädokriminelle Netzwerke hatte. Damit gibt dieser Fall für unser Thema hochinteressante Einblick in vernetzte Täter/innen-Strukturen. Die Hinweise auf Satanismus bei Dutroux haben wir unter der Rubrik “Religiöse und ideologische Hintergründe” dokumentiert, die Hinweise auf die Stasi unter “Was sagt die Politik?”.

Die Ereignisse um den Fall Dutroux erschütterten Belgien, aber auch viele andere Länder in Europa bis in die politischen Kreise.

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Brasilianische Sektenangehörige 2003 verurteilt

Im Jahre 2003 wurden in Altamira/Brasilien mehrere Mitglieder der Sekte Lineamento Universale Superior, kurz LUS (Sekte “Oberste Universale Ausrichtung”, engl. “Superior Universal Alignment”) wegen Mordes, Entführung, Folter und Kastration an mehreren Jungen zwischen acht und 13 Jahren verurteilt.

Baustelle: Wir konnten für diesen Fall nur deutsche und englischsprachige Quellen auswerten. Wenn uns jemand beim Auswerten von Suchergebnissen und Artikeln aus Argentinien und Brasilien (also in spanisch oder portugiesisch) helfen kann, melden Sie sich bitte bei uns!

 

Der Prozess wurde in Brasilien auch als Test dafür betrachtet, ob die Brasilianische Justiz in der Lage ist, Verbrechen in den abgelegenen Provinzen ernst zu nehmen und erfolgreich zu verurteilen. [1]

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“Höllenleben” – “Nicki” zeigt Kindstötung auf der Wewelsburg an

Im Dezember 2001 strahlte die ARD den Dokumentarfilm “Höllenleben” aus, in dem eine Frau mit DIS (Dissoziativer Identitätsstruktur, siehe Begriffserklärungen), die sich “Nicki und die Bärenbande” nennt, von Ritueller Gewalt in ihrer Kindheit in einer satanistischen Sekte erzählt. “Nicki” zeigte sich im Rahmen der Recherchen zum Film selbst wegen Kindstötung an.

Der Film “Höllenleben” von Liz Wieskerstrauch (ARD 2001) hat sowohl Rituelle Gewalt als auch die Dissoziative Identitätsstruktur (DIS, siehe Begriffserklärungen) als häufige Folge für die Betroffenen sehr bekannt gemacht. [1]

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Der sogenannte “Satansmord” von Witten – Daniel und Manuela Ruda

Im Januar 2002 wird das Ehepaar Daniel und Manuela Ruda verurteilt, am 6.7.2001 in Witten einen Arbeitskollegen von Daniel im Namen Satans ermordet zu haben.

Beide wurden zeitweise zu “Helden” der Schwarzen Szene (Mehr über die “Schwarze Szene” bei diesem Fall unter “Religiöse und ideologische Hintergründe”). Auf einschlägigen Webseiten, so berichtet Rainer Fromm [1], übertrumpften sich Menschen damit, die beiden Rudas gekannt zu haben, und Devotionalien von den Rudas sollen angeblich sogar auf Ebay versteigert worden sein.

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Colonia Dignidad – Paul Schäfer misshandelt Sektenmitglieder

Im Jahr 2006 wird Paul Schäfer verurteilt, Kinder in seiner freikirchlichen Sekten-Kolonie “Colonia Dignidad” vergewaltigt und gefoltert zu haben. Außer ihm werden weitere Komplizen verurteilt. Die “Colonia Dignidad” hat nachweislich mit dem chilenischen Geheimdienst zusammen gearbeitet und Menschen gefoltert und getötet.

Baustelle: Wir haben für dieses Thema nur deutsche Quellen ausgewertet. Wenn Sie chilenische oder argentinische Quellen mit weiteren Informationen für uns beisteuern können, melden Sie sich gerne bei uns.

Paul Schäfers Flucht aus Deutschland und die extremen Ereignisse in der Colonia Dignidad waren in vielen Aspekten nur möglich durch den speziellen Zeitgeist. Deutschland war in den 1960er Jahren beschäftigt mit seinem Wiederaufbau und Verwirrungen zur Neufindung einer Identität, gleichzeitig formierten sich weltweit nach und nach die Fronten des Kalten Krieges. (Näheres dazu siehe unter “Was sagt die Politik?”)


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Der Mord von Sondershausen – Sandro Beyer

Im Februar 1994 werden drei Mitglieder der Black Metal Band “Absurd” (zuvor “Luciferian Pagans”) verurteilt, den Schüler Sandro Beyer getötet zu haben.

Alle drei Täter kommen aus so genannten “guten Familien”: Ein Vater ist CDU-Landtagsabgeordneter, eine Mutter ist Erzieherin, die Eltern des dritten Täters sind Lehrer.  [1], [2]

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Michael Dietmar Eschner und der Thelema-Orden in Lüneburg

Am 3.7.1992 wurde Michael Dietmar Eschner wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eines Gruppenmitglieds der von ihm geleiteten Sekte verurteilt. Es gibt noch weitere Urteile rund um diesen Fall.

Michael Dietmar Eschner vertrat eine Weltanschauung, die sich über Staat, Justiz und Ideologie erhaben fühlt. Der Journalist und Theologe Martin Teske zitiert von Eschner folgende Worte:

“Die heutige Justiz … beruht auf willkürlichen, von Menschen ausgedachten Gesetzen, welche aus diesem Grund nicht Recht, sondern Unrecht sind. Kein Mensch muss sich an diese Gesetze halten, denn sie sind ungültig. Man kann sogar noch weiter gehen und sagen, es ist Recht, diese Gesetze im Namen des höheren Rechts zu bekämpfen![1]”

Etwas später in seinem Buch erläutert Teske die Problematik, die sich daraus für die Gerichtsverfahren gegen Eschner und seine Sektenmitglieder ergibt:

“Was ist seine Aussage, was sind die Aussagen seiner Jünger wert, die den Sturz des geltenden Rechtssystems zu einem ihrer Ziele erklärt haben? Für das Gericht ergeben sich Fragen über Fragen. Nicht nur nach einer für die Thelema-Jünger akzeptablen Eidesformel ist hier zu fragen, sondern auch nach dem Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen. Die Zeugen sind weitgehend dekonditioniert, haben also die üblichen Verhaltensweisen und Wertvorstellungen verloren. Unter Eschners Anleitung hatten sie die fragliche Nacht, aus der die Anklage auf Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung resultiert, immer wieder nachgespielt und an mehreren Abenden nachträglich besprochen. Was zählt es da, wenn der Vorsitzende Richter die Zeugen darum bittet, in diesen Fragen nun nichts mehr gemeinsam zu verhandeln? Der Rechtsstaat ist gegenüber dem Satansorden im Nachteil. Er muss sich an seine eigenen Spielregeln halten, die der Gegner negiert.”

Gemeint ist das Gerichtsverfahren zur Anklage 1992 (siehe “Urteile in Deutschland”).

Quellen:
[1] Zitiert aus Teske, Martin, “Spirituelle Abenteuer”, Verlag make a book 2008, Kindle edition


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Teufelsaustreibung bis zum Tod – Anneliese Michel

Im April 1978 werden die Eltern und zwei verantwortliche katholische Priester verurteilt, weil sie zugelassen haben, dass die 23jährige Anneliese Michel nach Teufelsaustreibungen gestorben ist.

Der Prozess 1978 erregte als “Aschaffenburger Exorzismus-Prozess” große mediale Aufmerksamkeit im In- und Ausland, auch im Vatikan. Mehrere Autoren sprechen davon, dass das Gerichtsverfahren neben dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal und dem RAF-Prozess in Stammheim zu den drei weltweit bekanntestens Deutschen Prozessen gehört. [1]

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Charles Manson und seine “Family”

Am 29.3.1971 wird der Musiker Charles Manson gemeinsam mit Mitgliedern seiner Sekte “The Family” verurteilt, weil er für den Tod von insgesamt sieben Menschen im Jahre 1969 verantwortlich gewesen sei.

Charles Manson verbrachte seine Jugend im Rotlicht-Milieu. Er lebte in Erziehungsheimen oder bei Verwandten, nachdem seine Mutter ins Gefängnis kam.

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