Ergebnisse der Online-Befragung: Warum wird sexualisierte Gewalt so selten angezeigt?

2014 hat das Kriminologische Institut der Universität Heidelberg eine Online-Umfrage unter Betroffenen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der sogenannten „DASS-Studie“ veröffentlicht worden.

Demnach stellten die Forscher/innen folgendes fest (Auszug aus der Zusammenfassung der Studie):

  • Die Anzeigewahrscheinlichkeit sinkt, wenn der/die Täter/in und das Opfer sich nahestehen.
  • Ein sehr wichtiger Faktor ist das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit. Wenn die Betroffenen nicht das Gefühl haben, dass Justiz und Staat ihnen zuhören und helfen, sinkt die Anzeigebereitschaft. Dieses Vertrauen stellte sich in der Studie als relevanter für die Anzeigebereitschaft heraus als die Angst vor den Belastungen, die ein Strafverfahren mit sich bringt.
  • Das soziale Umfeld der Betroffenen muss in Präventions- und Interventions-Arbeit mit einbezogen werden.
  • Zur Frage, wie im Einzelfall in Bezug auf die Entscheidung für oder wider einer Anzeige verfahren werden muss, bestätigen die Studienergebnisse, dass jeder Fall individuell betrachtet werden muss. Einen pauschalen Ratschlag für oder gegen eine Anzeige kann es nicht geben.

Die Webseite zur Studie mit Ergebnissen in Kurzform und Veröffentlichungsliste finden Sie hier.